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Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 16 Uhr befasst sich der Dresdner Stadtrat erstmals in einer von der Grünen Fraktion beantragten Aktuellen Stunde mit der rechtsextremen „Hochlandjugend“. Bürgerinitiative und Fraktion machen deutlich: Eine halbe Stelle Jugendarbeit und vereinzelte Vernetzung reichen nicht, wenn eine vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextrem eingestufte Gruppe junge Menschen, Nachbarschaften und demokratische Strukturen bedrängt. gruene-fraktion-dresden
Die „Hochlandjugend“ trat im Schönfelder Hochland, insbesondere um Gönnsdorf und Pappritz, durch rassistische Flyer, Aufkleber, Einschüchterung und Verbindungen in rechtsextreme Netzwerke in Erscheinung. Bereits im Januar 2025 wurde ein rechtsextremes Konzert in einem Schönfelder Vereinsheim von der Polizei aufgelöst; im Frühjahr 2026 sorgte die Flyer-Aktion „Endlich ein weißes Europa“ für öffentliche Aufmerksamkeit und staatschutzliche Ermittlungen. bunteshochland
Im April 2026 stellten Grüne, Linke und SPD im Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig den Antrag, die Aktivitäten zu verurteilen, eine Gegenstrategie und ein Präventionskonzept zu entwickeln sowie regelmäßig über polizeiliche Erkenntnisse zu berichten. Eine Mehrheit beschloss jedoch nur die symbolische Verurteilung; die weitergehenden Forderungen wurden abgelehnt.
Am 8. Juni 2026 mobilisierte die Zivilgesellschaft erstmals groß: Beim MitMachMontag in Dresden-Bühlau kamen rund 500 Menschen zusammen, anschließend demonstrierten fast 300 Personen für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Im Juli 2026 stufte das Sächsische Landesamt für Verfassungsschutz die „Hochlandjugend“ als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung ein und ordnet sie der subkulturell geprägten rechtsextremen Szene zu.
Am 7. September 2026 folgte der zweite MitMachMontag in Weißig – mit Informationsständen, politischer Bildung, Polizei- und Verfassungsschutzberichten im Ortschaftsrat sowie einer Demonstration. Parallel überreichte Buntes Hochland dem Ortschaftsrat einen Offenen Brief mit sechs konkreten Forderungen.
Der Offene Brief ist keine pauschale Abrechnung mit Jugendlichen, sondern eine klare politische Zumutung an die Kommunalpolitik: Rechtsextreme Strukturen dürfen weder relativiert noch dem Zufall überlassen werden. Gefordert werden eine öffentliche, unmissverständliche Positionierung gegen Rechtsextremismus, die konkrete Umsetzung der Verfassungsschutz-Erkenntnisse sowie eine nachhaltige Präventionsstrategie mit Schulen, Jugendarbeit, Vereinen, Feuerwehren, Kirchen und demokratischen Initiativen.
Darüber hinaus verlangt die Initiative einen massiven Ausbau von mobiler Jugendarbeit, politischer Bildung und niedrigschwelligen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Ebenso wichtig sind sichtbarer Schutz und Rückenwind für Menschen, die sich für Demokratie und Vielfalt engagieren, sowie verbindliche gemeinsame Maßnahmen von Ortschaft, Landeshauptstadt Dresden und Partnern wie der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.
Der Kernsatz bleibt: „Wegsehen ist keine neutrale Haltung.“
Die Grüne Stadtratsfraktion hat die Aktuelle Stunde beantragt, weil trotz der Verfassungsschutz-Einstufung keine erkennbare Gesamtstrategie des Oberbürgermeisters sichtbar sei. Fraktionschefin Katharina Ringler warnt davor, den Rückzug der Gruppe aus der Öffentlichkeit als Entwarnung zu missverstehen: Die Fehler der 1990er Jahre dürften nicht wiederholt werden und Rechtsextremismus dürfe nicht wieder „unter den Teppich“ gekehrt werden.
Die Stadt verweist zwar auf bestehende Angebote – etwa die Kinder- und Jugendfarm Weißig, Schulsozialarbeit, Jugendverbände und über 50.000 Euro aus „Demokratie leben“ im Jahr 2026. Für die drei selbstverwalteten Jugendclubs im Hochland gibt es jedoch erst seit Oktober 2025 mobile Jugendsozialarbeit mit nur einer halben Stelle; ein Ausbau ist derzeit nicht vorgesehen. Genau daran setzt die Kritik an: Prävention braucht verlässliche personelle und finanzielle Grundlagen, nicht Alibi-Angebote. diesachsen
Die Aktuelle Stunde darf nicht in einer Debatte über Einzelfälle enden. Sie muss zu einem verbindlichen Auftrag an die Stadtverwaltung werden: zu einer kommunalen Gesamtstrategie gegen Rechtsextremismus und politisch motivierte Jugendkriminalität, die über das Hochland hinausreicht.
Dazu gehören ausreichend finanzierte mobile Jugendarbeit, politische Bildung und niedrigschwellige demokratische Angebote ebenso wie konkreter Schutz und langfristige Unterstützung für Betroffene, Engagierte und zivilgesellschaftliche Initiativen. Nötig ist außerdem eine verbindliche Zusammenarbeit von Stadt, Ortschaft, Schulen, Polizei, Verfassungsschutz, Trägern und Zivilgesellschaft – mit öffentlicher Klarheit statt Verharmlosung, Totschweigen oder Verantwortungsverlagerung auf Ehrenamt und Betroffene.
Kommt am Donnerstag, 29. Oktober 2026, ab 15:30 Uhr in den Dresdner Stadtrat!
Zeigt, dass das Hochland nicht den Rechtsextremen gehört, sondern den Menschen, die für Demokratie, Vielfalt und ein sicheres Zusammenleben stehen.
Unsere Botschaft an den Stadtrat ist eindeutig: Keine halben Antworten auf rechtsextreme Strukturen. Kein Zurückweichen vor Einschüchterung. Jetzt Handlungsstrategie, jetzt Personal, jetzt Schutz für Demokratie und Jugend – im Hochland und in ganz Dresden.