r/drogen • u/Various_Operation559 • 12h ago
Infos & Hinweise Der Weg von den Opiaten und wie meine ADHS Diagnose mein Leben verändert hat NSFW
Hallo zusammen, ich wollte heute mal was positives berichten.
Ich bin Mitte zwanzig und hatte seid ca. 4 Jahren Kontakt mit Opiaten.
Bevor ich weiter mache kurz zu meinen Umständen.
Sehr stabiler und toller Freundeskreis, super Elternhaus, eigenes Unternehmen, finanziell frei.
… Hört sich bis dahin alles super an, wahrscheinlich fragt ihr euch wieso ich hier bin…
Ich bin Ende 2021 das erste Mal mit Lean, bzw. Makatussin in Berührung gekommen. Davor habe ich immer nur mal gelegentlich gesmoked und bei Partys Alkohol getrunken, sprich ganz normal wie es fast alle Jugendlichen machen.
Wir waren immer in unserer Jungsrunde und haben es zusammen ausprobiert, nie überdosiert und das Ganze ging dann immer so bis Sommer 2024. Lean war immer was besonderes und ich bzw. wir hatten es ausschließlich gemacht, wenn mal einer Sturmfrei hatte oder an besonderen Tagen wie zB nach einer Klausurenphase oder über Weinachten, sprich maximal 5-10 mal pro Jahr. Ich hatte auch nie Bedarf oder Abhängigkeit danach bzw. hab es vermisst und es war einfach was besonderes.
Dann bin ich aber Mitte 2024 durch meine damalige Ex-Freundin, welche sehr viel mit Drogen zu tun hatte (vor allem Kokain und Ketamin) zu Tilidin gekommen.
Zu dem damaligen Zeitpunkt wusste ich noch gar nichts über ihren Konsum etc. Bzw. Warum Menschen überhaupt Upper nehmen.
Naja was soll ich sagen von Tilidin ging es sehr schnell Richtung Oxycodon, was dann die Droge meiner Wahl wurde. Leider war ich den Großteil 2025 dann fast jedes Wochende high (1-2 Tage die Woche)
auf einer konstanten Dosis von ca 40mg Oxy. Das hat seine Spuren hinterlassen, weniger Kontakt mit meinen engsten Freunden und Familie, Sport was meine Leidenschaft ist vernachlässigt, als auch mein eigenes Unternehmen. Meine Beziehung war leider immer sehr toxisch, was mir damals nicht so bewusst war ich aber dann immer mit den Opiaten kompensiert hatte. 2026 war dann relativ direkt am Anfang Schluss und Sie ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Und was soll ich sagen mich hat es unglaublich mitgenommen und fertig gemacht, was in einer Katastrophe geendet ist. Ich war locker 4-5 mal die Woche high und bin dann sehr schnell auf 80mg Oxy über den Tag gelandet. Ich hab zwar weitergearbeitet etc war aber innerlich einfach nur betäubt und nach außen hin ein Zombie. Ich wollte einfach alles unterdrücken und abschalten, ich konnte ohne auch gar nicht mehr schlafen. Ich habe dann ab März 2026 - bis Ende Juli 2026 alles auf eigene Faust versucht, ständig entzogen, Entzug gehabt und das hat sich im 2 Wochentakt so durchgezogen. Irgendwann in der Zeit hat meine Familie davon Wind bekommen + meine Freunde, welche viel mit mir redeten ich aber alles ignorierte und einfach weitermachte. Meine Mutter hat geweint und meine Freunde mich um alles gebeten es sein zu lassen, was mir aber egal war weil ich nicht ohne konnte. Ich war komplett verloren und seelich und psychisch am Ende.
Anfang August aber hat sich das Blatt gewendet.
Ich hatte nie ein Warum und mir ist eines Tages kalt geworden, das es so nicht weitergeht und ich mir so alles verspiele was mir wichtig ist.
Ich habe mich dann meiner Familie vor allem meiner Mutter komplett geöffnet und bin die Sache angegangen. Ich habe Psychische Hilfe gesucht.
Mein Psychologe war tatsächlich auch Psychater und ich erzählte ihm alles. Er meinte tatsächlich das ich sehr selbreflektiert wäre und ich eigentlich doch weiß was ich falsch mache etc. Nur ihm ist bei meinem ganzen erzählen eins besonders aufgefallen. Ich springe extrem in meinen Gedanken und versuche 5 Dinge aufeinmal. So schlug er mir vor mal eine ADHS Testung zu machen. Dafür brauchte er meine Grindschulzeugnisse und ich machte einen Test aus über 120 Fragen. Und siehe da ich habe in 9/10 Fällen ADHS. Das warf mir persönlich ein ganz anderes Licht auf meine Situation, da ich so nie darüber nachgedacht habe, warum ich denn gedanklich immer so an den Opiaten oder generell an Menschen gehangen hab. Opiate waren nicht nur eine Sucht, sie waren meine Selbstmedikation gegen meine unruhigen Gedanken.
Zum Ende der Geschichte: ich bin nun seid fast 3 Monaten auf Elvanse eingestellt und es hat mein gesamtes Leben verändert, ich würde sogar sagen es hat mich gerettet.
Ich bin nun 4 Monate clean, habe alle meine Beziehungen wieder aufgebaut, keine psychischen Probleme mehr, mache wieder aktiv Leistungssport und mir geht es endlich wieder gut.
Es war trotzdessen ein Mega harter Weg und ich musste viel über mich selbst lernen aber diese ADHS Diagnose hat mein Leben verändert.
Was ich damit sagen möchte: Ich will anderen Menschen den Mut dazu geben, sich nicht direkt als Junkie abzustempeln, sondern sich darüber Gedanken zu machen ob das Problem nicht tiefer sitzt oder vielleicht noch gar nicht erkannt wurde.
Ich kann es einfach nur jedem empfehlen der irgendwie eine Mögkichkeit hat, sich seiner Familie oder seinen Freunden zu öffnen und sich auch wenn es Mega schwer ist, ärztliche Hilfe zu holen.
Glaubt mir, es lohnt sich und es ist unglaublich schön sich ohne Drogen wieder gut zu fühlen und das zu machen was einem wirklich Spaß macht und Freude bringt, auch wenn man es vielleicht schon vergessen hat.
Jeder der das ließt und es nur zu 1% was bringt, sollte es einfach nochmal versuchen, ich bin mir sicher jeder kann es irgendwie schaffen !
Ich wünsche euch alle ganz viel Kraft, Glück und Erfolg auf euerer Reise 🍀🤝🫶